
Abt.: Make the Future mine and yours
Ein dystopischer Roman
Wenn ich einen dystopischen Roman schreiben würde, in dem es darum geht, dass eine Welt über Jahrhunderte in Krieg, Hass und Gewalt versinkt, dann würde ich den ungefähr so anfangen lassen:
Es war einmal ein strahlendes Reich, dass trotz aller Unzulänglichkeiten stets bemüht war, die Fahne von Freiheit und Gerechtigkeit hoch zu halten. Die Menschen lebten in Wohlstand und Frieden mit den Nachbarn.
Eines Tages waren die Menschen ihres beschaulichen Lebens überdrüssig und sie hievten einen schmierigen Despoten an die Spitze ihres Reiches, der in ungeahnter Geschwindigkeit und Rücksichtslosigkeit das Idyll in eine Schlangengrube aus Missgunst, Neid und Angst verwandelte.
Er beschwor die niederträchtigsten Geschöpfe aus dem Sumpf der Verachtung, um mit ihnen Hilfsbedürftige und Schwache in den Staub zu treten und des Landes zu verweisen. Um Angst und Schrecken zu verbreiten. Um Gegner und Kritiker mundtot zu machen.
Er setzte sich mit den Machthabern dieser Welt an einen Tisch, um die Landkarte neu zu ordnen. Die kleinen Reiche sollten nach und nach verschwinden und von den großen Mächten absorbiert werden.
Er ließ missliebige Menschen und ganze Ethnien umsiedeln und vertreiben und legte damit den Grundstein zu Hass, Gewalt und Misstrauen für Generationen.
Er vernichtete die Wirtschaft in seinem Reich. Und er vernichtete die Wirtschaft der ganzen Welt. So dass alle Menschen in Not und Armut fielen.
Er spielte Nachbarn gegeneinander aus. Arbeitnehmer und Arbeitgeber. Geschlechter, Ethnien, Kinder gegen ihre Eltern.
Er schaffte Gerichte ab und die freie Presse. Er verbot unliebsame Wörter und Bilder. Er erschuf eine parallel Realität, die er mit Falschinformationen nach seinem Gutdünken prägen konnte.
Die Menschen lebten fürderhin in Unsicherheit und Angst. Denn jeder konnte der nächste sein.
So oder so ähnlich würde ich einen dystopischen Roman beginnen lassen.
Aber halt, ist das nicht schon längst Realität...