Bürgerpark Oberföhring

Haltestelle Michl-Ehbauer-Weg

Wenn sich alle einig sind und dann doch nichts draus wird. Dann fehlt es am Willen. Das sag ich euch.

Der Bürgerpark Oberföhring und insbesondere die Kulturstation waren für viele meiner Generation Heimat, Spielwiese und Raum für kreative Entfaltung. Für jüngere dürfte das Kafe Kult eine ähnliche Rolle gespielt haben und spielen.

In den Baracken eines ehemaligen Lazaretts haben sich Vereine, Musiker, Künstler, Lebenskünstler in mehr oder weniger friedlicher Koexistenz ein Biotop eingerichtet, wie es in München kein zweites gibt.

Die Kulturstation musste dereinst weichen, weil der Kreisjugendring nicht willens oder in der Lage war, die unbedingt nötige Renovierung der Baracke zu stemmen. In Folge haben das die Leute vom Kafe Kult in Eigenregie, Eigenarbeit und Selbstaufopferung übernommen. Das war in den 90er Jahren. Die Baracken sind seither nicht jünger geworden. Es war erwartbar, dass irgendwann irgend eine Behörde, ein Amt oder ein Kundiger von der Feuerpolizei auf die Baufälligkeit aufmerksam und damit das Projekt zum Wanken bringen würde.

Das "irgendwann" ist jetzt auf 2025 datiert.

Es herrscht eine große Einigkeit darüber, dass der Bürgerpark als solches erhalten werden soll. Die Nutzer des Parks stehen sowieso dahinter. Im Stadtrat ist von SPD, den Grünen, Volt und der Rosa Liste ebenfalls Zustimmung zu vernehmen. Die Linke? Ich kann mir nicht vorstellen, dass die sich sperrt. CSU? Auf dem Gelände haben neben der Subkultur im Kafe Kult auch bürgerlichere Vereine ihre Heimat. Square Dancer, eine Faschingsgesellschaft, ein Ortsverband der DLRG. Die möchte eine CSU sicher nicht verprellen.

Es gibt also nichts, was einer Rettung des Bürgerparks entgegen stehe, so möchte man meinen. Und wenn der Wille da ist, dann müsse es auch einen Weg geben. Doch dann kommt unerwartet Gegenwind: Das Referat für Stadtplanung und Bauordnung sperrt sich. Nein, es sperrt sich eigentlich nicht. Es will mit seinen Ideen den Bürgerpark mit seinen gewachsenen Strukturen lediglich platt machen. Weg mit den Baracken, her mit einem Neubau. Da kann keiner sagen, man hätte sich gesperrt. Und doch würde vom Bürgerpark nichts übrig bleiben.

Ich hoffe sehr, der Stadtrat hat das Zeug dazu, sein Referat einzufangen und eine Lösung zum Erhalt des kreativen Areals auf den Weg zu bringen. Sitzen doch auch Vertreter meiner Generation im Stadtrat, deren Heimat, Spielwiese und Raum für kreative Entfaltung die Kulturstation war.

Nachsatz

Ich glaub's ja nicht, der mit dem blutverschmierten T-Shirt, das bin ja ich...

Wer sich gefragt hat, was der Titel "Haltestelle Michl-Ehbauer-Weg" soll, das war (und ist vielleicht auch heute noch) die Bus-Haltestelle direkt am Eingang des Bürgerparks.